Neuseeland

Travelling north

In Christchurch habe ich mich spontan dazu entschlossen nun endlich doch einmal mit dem Zug durch die neuseeländischen Alpen zu fahren.
Die Strecke die als Tranzalpine bekannt ist, gilt als eine der schönsten Bahnlinien der Welt (insbesondere im Winter).
Mein letztendliches Ziel der Reise war Nelson wo ich zum Abel Tasman Track starten wollte.

Relativ früh am Morgen (wie immer) ging es los.
Der Zug selbst war äußerst hell, bequem und großzügig ausgestattet und hatte auch einen offenen Wagon von dem aus man prima fotografieren…

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…und natürlich auch filmen konnte.

Ich kann mir nicht helfen, immer wenn ich die neuseeländischen Alpen sehe, fallen mir dazu Frodo und Co ein, wie sie auf die schneebedeckten Gipfel zuwandern.

Der richtig spektakuläre Teil der Reise begann aber erst als die Berge erreicht waren. Immer wieder ging es da durch Tunnel und jedes Mal wenn der Zug wieder ans Tageslicht kam…

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…war der Blick noch spektakulärer.

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Ein klassischer Zwischenstopp ist der Arthur’s Pass, der die Grenze von Canterbury zur Westküste markiert.

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Sogar Schafe waren noch relativ weit oben im Gebirge zu sehen, sehr gut getarnte Camouflage Schafe 🙂 .

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Der letzte Teil der Reise ging dann durch ein Seengebiet…

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…das nicht weniger ansehnlich war.

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Der Tranzalpine endet in Greymouth an der wilden Westküste der Südinsel.
Ich habe die Westküste noch nie bei Sonne gesehen, eigentlich regnet es dort immer und Greymouth stellt da keine Ausnahme dar.
Überraschenderweise habe ich daran aber sogar Gefallen gefunden (wozu hat man schließlich eine Regenjacke) und bin bei stürmischen Wetter einen Tag lang an der Küste…

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…entlang gelaufen.

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Am Ende gab es dafür zur Belohnung sogar etwas Sonne. Das hatte schon irgendwie was.

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Dennoch habe ich Greymouth nach zwei Tagen aber auch wieder in Richtung Nelson verlassen.

Ich kann nicht genau sagen woran es lag, aber die ungefähr sechs Stunden dauernde Fahrt mit dem Intercity an der Küste entlang, war eines meiner besten Erlebnisse während der gesamten vier Monate.

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Es war unheimlich stürmisch, die riesigen Wellen sind nur so an die dramatische, felsige Küste geknallt und der Fahrer war sich nicht zu schade viele Kommentare und Informationen zu verschiedenen Punkten der Strecke zu geben.

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Auch ein längerer Halt an den Pancake Rocks war Teil der Reise, was für einen Fernverkehrsbus schon eine coole Geste ist.

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Warum die Felsen „Pancake Rocks“ heißen, ist hier unschwer zu erkennen:

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Auf der Tour gab es zusätzlich diverse Kaffeepausen in irgendwelchen winzigen Dörfern der Westküste, was ich durchaus spannend fand.
Vollkommen unerwartet ist diese Fahrt zu einem echten kleinen Abenteuer für mich geworden und es war dann doch etwas schade nicht noch etwas länger an der Westküste geblieben zu sein.

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Als es dann dunkel wurde und draußen nichts mehr zu erkennen war, hat der Fahrer das Radio laut aufgedreht – so dass ich mit ziemlich guter Laune Abends in Nelson ankam.

Meine Laune wurde noch besser als ich meine Unterkunft erreichte, das Fellworth House for Solo Traveller oder wie ich es nannte Nelsons Hogwarts.

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Die viktorianische Villa befand sich etwas erhöht auf einem Hügel und war sehr, sehr gemütlich eingerichtet.

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Aber vor allem 🙂 :
(Ich hätte nie gedacht dass ich Badewannen einmal so vermissen könnte.)

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Und auch mit meinem kleinen Minizimmer war ich sehr zufrieden.

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Da es momentan eher eine ruhige Reisezeit ist, waren die anderen Gäste fast ausschließlich studentische Langzeitbewohner aus allen möglichen Ländern mit denen man sich gut unterhalten konnte.
Es gab auch einen langen, dürren Typen der im Hausmantel(!) rumgerannt ist und wenig bis gar nicht geredet hat. Ganz eindeutig der Hausghul 😉 .

Nelson selbst gilt als eine der sonnigsten Städte Neuseelands und ist auch tatsächlich das Zentrum des Landes.

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Für mich war es aber vor allem mal wieder schön etwas Stadtleben zu genießen und durch die Straßen und Cafes zu bummeln.

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Vor allem musste ich mich aber in Nelson auf den Abel Tasman Track vorbereiten.