Europa

From Berlin to Usedom

Die Idee von Berlin nach Usedom zu radeln, entsprang einer schnellen Laune und war für meine Verhältnisse erstaunlich planfrei.
Nachdem ich mich kurz über den Berlin-Usedom Radweg informiert hatte, war mir klar, dass ich die knapp 300 Kilometer in Bernau bei Berlin starten und in vier Etappen von ca. 70 (+/-10) Kilometern fahren wollte.
Eine schöne Unterkunft in einer alten Villa in Heringsdorf buchte ich vor, den Rest wollte ich spontan suchen.

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Die erste Hürde bestand darin den Start des Radweges in Bernau zu finden und natürlich bin ich auch erstmal einen unnützen Bogen gefahren, bevor ich dann auf den richtigen Weg gelangt bin.
Ab da an lief aber alles Bestens und gerade die erste Etappe war fantastisch. Durch Brandenburger Wälder und Felder ging es immer abseits der Straße auf einem gut ausgeschilderten Radweg gen Norden.

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Viel bessere Bedingungen hätte ich egtl kaum haben können: kein Wind, kein Regen und alle paar Kilometer irgendein Obstbaum am Wegesrand (ich glaube ich hätte die gesamte Tour auch nur von Fallobst überleben können).

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Etwas Verwirrung gab es dann aber noch als ich mich in der Schorfheide getraut habe eine von Google Maps vorgeschlagene Abkürzung zu fahren.
Die ging dann mitten durch den Wald und endete irgendwann an einem großen Schild mit einer Eule drauf, das von einem Betretungsverbot aus Naturschutzgründen sprach.
Nach diversen Umwegen auf denen ich irgendwann nur noch schieben konnte, erreichte ich dann doch einen Ort mit einer Unterkunft. Auch meine Versorgung mit selbstgemischten Radler konnte ich mir dort noch durch einen vorbeifahrenden Kaufmannsladen sichern.

Am nächsten Tag ging es früh los und zwischen den nebeligen Feldern hindurch nach Angermünde wo ich erneut auf den Radweg stoßen wollte.

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Das wäre auch fast gelungen, hätte ich nicht eine erstaunliche Entdeckung gemacht: ganz in meiner Nähe befand sich der Ort Greiffenberg.
An sich nichts Spektakuläres, allerdings hatten meine Großvater der Schornsteinfeger war, hier vor gut 25 Jahren seinen Kehrbezirk. Als Kind war ich gelegentlich dort und verbrachte schöne Tage an diesem Ort, der mir damals wie eine Großstadt erschien. Heute ist das ein wenig anders.

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Der Hauptgrund für mich noch einmal dort hinzufahren war allerdings die Burgruine Greiffenberg. Für eine Sechsjährige war die damals frei zugängliche Ruine der Inbegriff von Mythen und Abenteuern. Ich verbrachte sehr viel Zeit dort und erinnere mich noch heute wie es sich anfühlte vom Burgberg aus auf die umliegende Landschaft zu schauen.
Die Burgruine steht dort immer noch (Danke an den Wikipedia Autor für die Koordinaten) und auf mich wirkte der Ort auch heute noch genau so faszinierend wie damals.

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Allerdings war die ganze Aktion ein ziemlicher Umweg, so dass ich gegen Mittag erst mit der eigentlichen Etappe gestartet bin, die dann auch wieder an durchaus…

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…idyllischen Punkten…

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vorbeiführte.

Leider hat sich der Tag dann aber doch sehr gezogen und da ich Pasewalk erreichen wollte, war die Strecke gute 90 Kilometer lang, die mir dann Abends auch ziemlich in den Beinen saßen und mir eine gute Nachtruhe beschert haben 🙂 .

Das Ende der dritten Etappe sollte Anklam sein und dieses Mal, ließ ich es etwas gemütlicher angehen…

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…blieb brav auf dem Weg…

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…und genoß die Herbststimmung.

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Auf der vierten Etappe von Anklam nach Heringsdorf bekam ich dann noch einen Mitstreiter und relativ früh am Tag überquerten wir die Brücke nach Usedom.

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Da blieb dann auch sogar noch etwas Zeit für die Erklimmung des Usedomer Kirchturms.

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In Heringsdorf angekommen, bestand meine einzige Form der Bewegung dann nur noch im fünf minütigen Schlendern von der Villa Bleichröder…

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…bis zum Strand 🙂 .

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